Für mehr Kinder-Chancen im Regionalverband Saarbrücken

Spende Iris Reimann-Matheis

Für mehr Kinder-Chancen im Regionalverband Saarbrücken

Trotz vieler Bemühungen und punktueller Verbesserungen: Kinderarmut bleibt im Saarland ein wichtiges Thema, immer noch lebt jedes 5. Kind in Armut oder ist von Armut bedroht. Dies betrifft vor allem den Regionalverband Saarbrücken, wo besonders viele Familien auf Sozialleistungen angewiesen sind.

Bei ihrer Verabschiedung als AWO-Geschäftsführerin 2020 wünschte sich Ines Reimann-Matheis deshalb von den Gästen an Stelle von Geschenken eine Spende an die AWO-Saarland-Stiftung zur Förderung sozial benachteiligter Kinder. Mehr als 10.000 € kamen zusammen, die nun beim Start des neuen AWO-Projekts „Büro für KinderChancen“ in Malstatt offiziell übergeben wurden.

Mit den Spenden wird das Büro für KinderChancen in den nächsten drei Jahren zusätzliche Lernförder-Angebote vor allem in Malstatt, Burbach und Völklingen initiieren. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit anderen sozialen Akteuren vor Ort. Damit sollen benachteiligte Kinder gefördert werden, die aufgrund der Pandemie, einer anderen Muttersprache oder weiteren Gründen gezielte Unterstützung bei der schulischen Entwicklung benötigen. Das können Ferienworkshops, Nachmittags-angebote, Sprachkurse, Bildungsausflüge oder anderes mehr sein.

Im Frauenhaus wieder Kind sein dürfen

Im Frauenhaus wieder Kind sein dürfen

Wenn Kinder mit ihren Müttern in eines der drei AWO-Frauenhäuser im Saarland flüchten, haben sie davor meist Schlimmes erlebt. Oft wurden sie über lange Zeit Zeugen von Gewalt in der Familie, ohne das Erlebte einordnen zu können, und mussten sich und ihre eigenen Bedürfnisse zurückstellen. Im Frauenhaus finden sie Zuflucht und können zur Ruhe kommen; müssen aber zusätzlich auch die Trennung von Zuhause, ihren Freunden, der Schule etc. verarbeiten.

Deshalb ist es neben dem Schutz und Therapieangeboten sehr wichtig, dass die Kinder im Frauenhaus ein Umfeld vorfinden, in dem sie wieder unbeschwert Kind sein dürfen. Wo sie einen sicheren Rückzugsort haben und spielen, lesen, basteln oder in Ruhe Hausaufgaben machen können. Das ist nicht immer einfach, denn im Frauenhaus leben auf relativ engem Raum mehrere Familien.

Mit Hilfe mehrerer großzügiger Spenden ist es dem AWO-Frauenhaus Neunkirchen, das zwölf Schutzplätze vorhält, gelungen, einen solchen Kinderbereich neu zu schaffen. Eine Etage wurde hell und freundlich renoviert und mit kindgerechten Möbeln ausgestattet: Neben einem zweistöckigem „Spielhaus“ aus Holz, das zum Klettern, Spielen und als Rückzugsort für die Kleineren dient, wurden mehrere Schreib- und Maltische angeschafft und jede Menge Aufbewahrungsmöglichkeiten für viele Spiele, Bücher und Bastelmaterialien. Teppiche, dezente Farben und Beleuchtung sorgen zusätzlich für Wohlfühlatmosphäre.

Die AWO-Saarland-Stiftung bedankt sich bei allen Unterstützer*innen, die diese wichtige Investition möglich gemacht haben.

Ein löwenstarker Tag

AWO Saarland stiftung Ausflug in den Zoo

Ein löwenstarker Tag

Es muss nicht immer das große Erlebnisprogramm sein. Auch kleine Ausflüge aus dem Alltag sind für viele Kinder eine enorme Bereicherung, erst recht nach der langen Zeit der Pandemie. So war es auch für die zehn Kinder der Freiwilligen Ganztagsschule Homburg-Sandrennbahn, die in den Ferien mit ihren AWO-Betreuern einen Tag im Neunkircher Zoo verbringen konnten. Ermöglicht wurde dies durch einen Zuschuss der AWO-Saarland-Stiftung.

Schon das gemeinsam eingenommene gesunde Frühstück, bevor es losging, war für die meisten keine Selbstverständlichkeit. Und auch die Fahrt mit der Bahn und der Zoobesuch waren für die Kinder neue Erfahrungen, auf die sie sich freuten.

Vor Ort angekommen wünschte sich die Gruppe einen ausgiebigen Rundgang durch den Zoo, um so möglichst viele Tiere zu sehen. Und es war wirklich für jeden Geschmack etwas dabei: Schneeleoparden, Löwen, Elefanten und natürlich der allseits beliebte Streichelzoo. Bei jedem Tier wurde ausgiebig innegehalten, damit es zur Genüge bestaunt und fotografiert werden konnte. Es wurde gefachsimpelt, diskutiert und recherchiert, welches Tier doch das „coolste“ ist und warum. Dazwischen gab es Pausen, damit sich die Kinder mit ausgeteilten Lunchpaketen stärken konnten. Mit vielen Eindrücken, freudigen Gesichtern und einigen absolvierten Kilometern im Gepäck ging es am späten Nachmittag wieder nach Hause, wo die Kinder von den Eltern abgeholt wurden.

Das Team der FGTS bedankt sich für den Zuschuss, durch den diese Aktion erst möglich wurde: Die Kinder hatten nicht nur einen unbeschwerten, erlebnisreichen Tag. Vielmehr wurde auch das Wir-Gefühl sichtlich gestärkt und die Betreuer erhielten einen vertieften Zugang zu den einzelnen, die sich öffneten und ihre Sorgen und Ängste, aber auch ihre Hoffnungen und Wünsche mitteilten. Ein löwenstarker Tag, der noch lange positiv nachwirkt.

Kinder haben Rechte

Kinder haben Rechte

Vom Thema Kinderrechte haben die meisten schon einmal etwas gehört. Welche das sind und was diese Rechte ganz konkret und für sie persönlich bedeuten, wissen die wenigsten Kinder und Familien. Um das zu ändern hat das AWO-Sozialraumbüro Malstatt im Stadtteil eine Familienaktion durchgeführt, die nachhaltig weiter wirkt.

In einem ersten Schritt wurden Familien über die Kinderrechte informiert; dabei entstand ein reger Austausch zu Themen wie Kinderrecht auf Bildung, Spiel und Freizeit, gesunde Ernährung, Mitbestimmung u.a.m. Im Anschluss fand ein Fotowettbewerb im Stadtteil statt, bei dem sich 30 Familien kreativ mit dem Thema Kinderrechte auseinandersetzten und vielfältige Eindrücke sammelten. Jedes Kind – vom Kindergartenalter bis zum Teenager – erhielt für die Teilnahme ein Dankeschön.

Eine weitere Form der praktischen Umsetzung des Themas boten verschiedene Freizeitaktionen im Stadtteil. Zum Beispiel kreatives Gestalten von Taschen und Blumentöpfen, eine Rallye zum Thema Kinderrechte, ein Besuch in der Kletterhalle oder ein Reitangebot, um zu lernen, wie es ist, auf andere und deren Bedürfnisse zu hören und sich als Gruppe zu finden.

Insbesondere die offenen Angebote, die auf Spielplätzen im Stadtteil stattfanden, stießen auf große Resonanz. Durch die Auswahl der Spielplätze in Wohngebieten mit „Brennpunktcharakter“ hatten viele von Armut betroffene Kinder Zugang zu diesen Angeboten. Ein besonders schöner Effekt: In Zusammenarbeit mit der „Zukunftsarbeit Molschd“ wurde daraus ein Spielplatzprojekt, bei dem pädagogische Fachkräfte einmal im Monat ein Bewegungs- und Kreativangebot auf einem der Spielplätze  machen, und den Kindern beim Einfordern ihrer Rechte zur Seite stehen.

Die AWO-Saarland-Stiftung unterstützte die Aktion des AWO-Sozialraumbüros Malstatt mit einem Zuschuss zu den Sachkosten.

Neujahrswünsche werden wahr

Geschenktisch für Kinder

Neujahrswünsche werden wahr

 

Zum zweiten Mal war es der Psychosozialen Begleitung (PSB) der AWO Saarland e.V. dank einer größeren Spende möglich, vielen Kindern aus den von ihnen betreuten Familien einen kleinen Neujahrswunsch zu erfüllen.

Die PSB unterstützt im Rahmen der Substitution suchtkranke Menschen, die eine Ersatztherapie machen, durch persönliche Beratung, Vermittlung von Hilfen sowie individuelle alltagspraktische Begleitung in verschiedenen Lebensbereichen.

Alle Kinder leiden unter den Auswirkungen der schon lange andauernden Corona-Pandemie. Sie müssen auf vieles verzichten. Für Kinder, deren Familie ohnehin schon besonderen Belastungen ausgesetzt sind, trifft dies aber ganz besonders zu. Mit ihrer Geschenke-Aktion wollten die PSB-Mitarbeiterinnen deshalb den Kindern und Jugendlichen der betreuten Familien ganz gezielt eine Freude machen und sie die schwere Zeit ein wenig vergessen lassen.

Von jedem der Kinder wurde ein kleiner persönlicher Wunsch notiert:  So wünschte sich beispielsweise ein Vater für seine erst kürzlich geborene Tochter einen kuscheligen Strampler. Ein sechzehnjähriger Junge wünschte sich ein Buch über einen Samurai für spannende Lesestunden. Und drei Geschwister im Alter von zehn bis dreizehn wünschten sich gemeinsam unterschiedliche Sorten von „intelligenter Knete“, um sie gemeinsam in ihren Eigenschaften zu erforschen.

Die Mitarbeiterinnen der PSB schafften es, jeden der 65 Kinder-Wünsche zu erfüllen. Liebevoll verpackt wurden die Geschenke zu Jahresbeginn an jedes Kind persönlich überbracht und sorgten für ein Lächeln und strahlende Augen. Als kleine leichte Brise, die Aufwind gibt für einen guten Start ins neue Jahr.

Ein herzliches Dankeschön aller Beteiligten geht deshalb an die Bauunternehmung Schröder & Co. KG GmbH, die diese wichtige Unterstützung bereits zum zweiten Mal möglich gemacht hat.

Frohe Weihnachten für alle

Weihnachtsfeier im Kiez Burbach

Frohe Weihnachten für alle

Schon Wochen vorher freuen sich jedes Jahr rund 300 Kinder aus Burbach und Umgebung auf den bunten Advent-Nachmittag mit Zauberei, Musik, Mitmach-Angeboten, leckerem Essen und natürlich auf die Bescherung durch den Nikolaus. Aber wie schon 2020 musste die AWO leider auch
2021 wieder auf die Ausrichtung ihrer großen Kinder-Weihnachtsfeier im Bürgerhaus verzichten.

Dabei war der Wunsch groß, den Kindern, die auch im zweiten Pandemie-Jahr wieder vielen Belastungen ausgesetzt waren, eine Freude zu machen. Deshalb wurden vom Team des AWO-Kinder- und Elternbildungszentrum KIEZ wieder 300 Weihnachtstaschen liebevoll zusammengestellt.
Und anschließend über die AWO-Sozialraumbüros in Burbach, Völklingen und Malstatt sowie über die Burbacher Gemeinwesenarbeit an die Kinder verteilt. Auch die nachmittags im AWO-KIEZ Burbach betreuten Schulkinder durften sich natürlich wieder über eine gut gefüllte Weihnachtstasche freuen (siehe Foto).
Neben Spiel-, Bastel- und Malsachen enthielten die Taschen wieder Nützliches, wie Kinderzahnbürsten oder Hygieneartikel. Und auch Leckereien, wie ein fair gehandelter Schoko-Nikolaus, fanden mit Unterstützung der AWO-Saarland-Stiftung wieder den Weg in jede Tasche.

Damit auch die bedürftigen Erwachsenen nicht zu kurz kommen, hat die AWO-Notschlafstelle mit Hilfe der AWO-Saarland-Stiftung zusätzlich 200 weitere Taschen mit Lebensmitteln und Weihnachtsnaschereien vollgepackt, die in den nächsten Tagen an besonders bedürftige Menschen in Saarbrücken, Malstatt und Burbach persönlich überreicht werden. Zwar musste auch die Notschlafstelle wieder auf ihre traditionelle große Weihnachtsfeier verzichten. Sie bleibt aber mit ihrem Essens-, Übernachtungs- und Beratungsangebot auch über die Feiertage Anlaufstelle für alle, die Unterstützung oder einfach nur ein Gespräch benötigen.

 

 

 

Hilfe beim Schulstart

Hilfe für den Schulstart von Kindern aus der Landesaufnahmestelle

Hilfe beim Schulstart

Besonders betroffen von den Einschränkungen der Corona-Pandemie waren die Kinder, die in der Landesaufnahmestelle (AnkER-Zentrum) in Lebach aufwachsen. Durch die räumliche Enge, Isolation und Sprachbarrieren haben es die Kinder ohnehin schwer. Durch Lockdown, Quarantäne-Regelungen, Kita-Notbetrieb und Kontaktbeschränkungen waren viele in der motorischen, sprachlichen und pädagogischen Entwicklung zusätzlich zurückgefallen. So sehr, dass bei einigen Kindern fraglich war, ob sie überhaupt eingeschult werden können.

Weil sich immer mehr besorgte Eltern an den AWO-Ortsverein Lebach wandten, entschied dieser sich kurzerhand ein Förderangebot auf die Beine zu stellen. Mit finanzieller Unterstützung des saarländischen Sozialministeriums und einem Zuschuss der AWO-Saarland-Stiftung findet seit Juni zwei Mal wöchentlich ein Förderangebot für die Kinder in den Räumen des Ortsvereins statt. Unter der Überschrift „Wir gehen in die Schule“ lernen die Kinder spielerisch die deutsche Sprache, werden an Buchstaben und Zahlen herangeführt und üben ihre motorischen Fähigkeiten. Je nach Bedarf erhalten die Kinder zusätzlich individuelle Förderung. Darüber hinaus unterstützt das Angebot die Integration der Kinder in das Gemeindeleben.

Sozialpädagogin Katharina Storb, die das Projekt leitet und langjährige Erfahrung aus der Kinder- und Jugendarbeit in Lebach mitbringt, berichtet von hochmotivierten Kindern, die bereits in den ersten Wochen große Entwicklungsschritte gemacht haben.

Sofern sich eine Finanzierung findet, soll das Projekt auch über das Jahr 2021 fortgesetzt werden.

AWO-Beschäftigte sorgen für Lebensfreude

Spendenübergabe Mitarbeitercent

AWO-Beschäftigte sorgen für Lebensfreude

Um sie zu transportieren, bräuchte man sicher eine Schubkarre: Insgesamt 440.399 Cents, d.h. umgerechnet 4.403,99 €, spendeten AWO-Beschäftigte über die Aktion „Kleiner Beitrag – große Hilfe“ im Jahr 2020 für soziale Zwecke an die AWO-Saarland-Stiftung. Dabei verzichten die Teilnehmenden monatlich auf die Cent-Beträge aus ihrer Gehaltsabrechnung. Diese werden separat gesammelt und jedes Jahr für ein besonderes Projekt zur Verfügung gestellt. Im letzten Jahr nutzten fast 800 AWO-Beschäftigte diese Möglichkeit, ohne großen Aufwand etwas für bedürftige Menschen zu tun.

AWO-Betriebsrat und Stiftungsvorstand danken allen Teilnehmenden für dieses Engagement. Unter dem Motto „Zusammenhalt trotz Corona“ sollen in diesem Jahr gleich zwei Einrichtungen/Projekte bedacht werden:

Zum einen die therapeutischen Schülerhilfen der AWO im Landkreis Saarlouis und dem Saarpfalzkreis. Zum anderen die beiden Treffpunkte für Menschen mit und ohne Behinderung „Café Courage“ in Dillingen und Nunkirchen. Denn sowohl Schulkinder mit Förderbedarf als auch Menschen mit Behinderung waren von den Corona-bedingten Einschränkungen seit März 2020 besonders betroffen

Mit Hilfe der Spende sollen zusätzliche Freizeitaktivitäten ermöglicht werden, die den Zusammenhalt stärken, Teilhabe fördern und Freude bringen. So freut sich z. B. das Café Courage Dillingen schon jetzt darauf, im nächsten Jahr dank der Spende wieder eine Radtour mit Übernachtung durchführen zu können.

AWO-Beschäftigte, die sich an der Aktion „Kleiner Beitrag – große Hilfe“ beteiligen möchten, können sich hier anmelden. (PDF-Datei, 206 kb zum Download, bitte ausdrucken, unterzeichnen und an die Personalabteilung senden)

Stipendium für mehr Bildungsgerechtigkeit

Stipendium für HTW Studenten

Stipendium für mehr Bildungsgerechtigkeit

Soziale Arbeit wird in Zukunft weiter wichtig bleiben. Und dazu braucht es dringend gut qualifizierten Nachwuchs. Damit sich auch junge Menschen mit eingeschränkten finanziellen Möglichkeiten und anderen sozialen Nachteilen ein Studium im sozialen Bereich zutrauen, fördert die AWO-Saarland-Stiftung ab dem kommenden Wintersemester diese Zielgruppe mit einem Stipendium. Dies können z.B. Studierende aus nicht-akademischen Familien sein. Gedacht ist aber auch an alleinerziehende oder pflegende Studierende, die wegen ihrer familiären Aufgaben nur eingeschränkt etwas zum Studium hinzuverdienen können.

Dank einer zweckgebundenen Privatspende stellt die AWO-Saarland-Stiftung im kommenden Wintersemester über die StudienStiftungSaar bis zu neun Stipendien für Studierende an der htw saar zur Verfügung. Die Unterstützung richtet sich an finanziell bedürftige Studierende in den Fächern Soziale Arbeit, Pädagogik der Kindheit sowie Pflegeexpertise und Praxisanleitung.

Durch eine zusätzliche Aufstockung aus Bundesmitteln („Deutschlandstipendium“) können die Studierenden für ein Jahr lang einen Zuschuss von 300 € monatlich erhalten.

Das Stipendium, für das sich Studierende erstmals bis zum 15.07. bei der StudienStiftungSaar bewerben konnten, soll nach Möglichkeit auch in den nächsten Jahren weiter zur Verfügung stehen.

Hilfe in ausweglosen Situationen

Danke

Hilfe in ausweglosen Situationen

Insgesamt 183 Hilferufe in Form von Zuschuss-Anträgen erreichten die AWO-Saarland-Stiftung im Jahr 2020. Auch in diesem Jahr gingen bereits über 100 Anträge ein. AWO-Einrichtungen können Hilfen für bedürftige Klienten und Klientinnen im Saarland beantragen, wenn diese sich in einer besonderen Notlage befinden und keine andere Unterstützung möglich ist.

Bei der Mehrzahl der Bedürftigen handelt es sich um Familien oder allein Erziehende mit mehreren Kindern. Aber auch Alleinstehende, wie z. Ältere oder Kranke mit geringem Einkommen, sind unter den Zuschussempfängern, wie folgende Beispiele aus 2020 zeigen:

      • Eine allein erziehende Mutter mit zwei kleinen Kindern lebt in einer Wohnung mit Schädlingsbefall. Mit Hilfe der AWO findet sie eine neue Bleibe, das Jobcenter lehnt jedoch einen Zuschuss zu neuen Betten und Matratzen für die Kinder ab.
      • Aufgrund einer schweren psychischen Erkrankung muss eine Mutter von drei Kindern für mehrere Monate stationär behandelt werden. Die Kinder kommen kurzfristig zur Großmutter, die nur von einer kleinen Rente lebt und kein Geld für Kinderkleidung u.a. dringende Ausgaben hat.
      • Ein im Substitutionsprogramm betreuter Mann wird vorzeitig mit einem gebrochenen Bein aus dem Krankenhaus entlassen. Die Krankenkasse übernimmt die Fahrtkosten zur ambulanten Weiterversorgung jedoch nicht.
      • Eine ambulant betreute psychisch kranke Frau, die von Grundsicherung lebt, muss ins Krankenhaus. Da sie eine Stromnachzahlung leisten musste, fehlt ihr Geld um Nachthemden, Unterwäsche etc. zu kaufen.
      • Eine auf den Rollstuhl angewiesene Frau mit zwei Kindern hat kein Dach über dem Kopf. Die AWO-Saarland-Stiftung bewilligt einen Zuschuss zu Pensionskosten für einige Tage, bis eine andere Wohnmöglichkeit gefunden ist.
      • Ein Junge (Familie lebt von ALG II) benötigt alle paar Monate eine neue Brille bzw. Gläser, weil sich seine Sehkraft schnell verschlechtert. Die Krankenkasse übernimmt jedoch nur einen Teil der Kosten. 
      • Eine Familie mit zwei Kinder verliert durch einen Wohnungsbrand ihre Wohnung. Eine Notunterkunft wird gefunden, aber die alten Möbel können aufgrund der Giftstoffe nicht mit dorthin genommen werden.
      • Eine Frau im ALG-II-Bezug mit vier Kindern ist regelmäßig auf Spenden der Tafel angewiesen, um über die Runden zu kommen. Sie wendet sich um Hilfe an die AWO, weil die Tafel während des Lockdown über Wochen geschlossen ist.
      • Ein Klient der AWO-Schuldnerberatung lebt mit drei Kindern von 2 bis 8 Jahren in einer Wohnung ohne Strom. Um die Stromsperre zu unterbrechen, wird eine erste Abschlagszahlung benötigt. Die weitere Ratenzahlung wird mit Unterstützung der Schuldnerberatung gewährleistet.
      • Aufgrund der Pandemie stockt die Bearbeitung von Anträgen für Kindergeld etc. beim Jobcenter. Weil die Reserven aufgebraucht sind, benötigt eine Familie mit mehreren Kindern einen Zuschuss zur Überbrückung der nächsten Tage (für Schulfahrkarte etc.)
      • Eine Mutter von drei Kindern trennt sich von ihrem Mann und verlässt überstürzt die gemeinsame Wohnung. Sie kann nichts mitnehmen und hat keinerlei Zugriff auf Geld, Kindersachen oder Dokumente, alle Anträge liefen über den – zwischenzeitlich inhaftierten – Ehemann. Benötigt wird ein Zuschuss für Kinderkleidung.
      • Eine Familie mit sieben Kindern benötigt für zwei Kinder, die regelmäßig einnässen, neue Matratzen inklusive Matratzenschutz.
      • Aufgrund eines Formfehlers wurden einer jungen Mutter mit Baby vom Jobcenter keine Kosten für den Mehrbedarf des Kindes überwiesen. Benötigt wird ein Zuschuss für Windeln und Babynahrung.
      • Ein in einer AWO-Tagesgruppe betreutes Mädchen war schwer krank, nur durch eine Stammzellenspende konnte ihr Leben gerettet werden. In der Zeit der Krankheit hat sie bereits viel Schulstoff versäumt. Aufgrund eines fehlenden Tablets kann sie im Frühjahr während der Schulschließung auch nicht am online-Unterricht teilnehmen.
      • Eine allein erziehende Mutter kommt in Haft, zwei jüngere Kinder können bei der älteren Schwester unterkommen. Beim Umzug gehen die Schulbücher verloren, die Schule will keine neuen Schulbücher herausgeben, solange die alten nicht erstattet sind.
      • Ein Familienvater mit geringem Einkommen verdient durch die Pandemie (Wegfall Mehrarbeit) noch weniger als zuvor. In dieser Zeit geht die Waschmaschine kaputt, die in dem Haushalt mit drei schulpflichtigen Kindern dringend benötigt wird.

Mit Hilfe von Spenden konnte die AWO-Saarland-Stiftung in diesen Fällen eine einmalige finanzielle Unterstützung leisten. Darüber hinaus wurde über AWO-Einrichtungen wie Notschlafstelle, Familienhilfezentren oder die Schuldnerberatung in 550 dringenden Fällen mit Lebensmittelgutscheinen Hilfe geleistet.