Ein Wohnungsloser kann keine Rente beantragen, weil er keinen gültigen Ausweis hat. Ein Mädchen mit sechs Geschwistern kann nicht an der Klassenfahrt teilnehmen, weil die Familie arm ist. Ein wichtiger Behördenbesuch einer Mutter mit Kind droht am fehlenden Geld für die Fahrkarte zu scheitern.
Häufig sind es nur kleine Beträge, die fehlen, für die Betroffenen aber einen großen Unterschied ausmachen und viel Gutes bewirken können.
2025 bewilligte die AWO-Saarland-Stiftung 134 Hilfeanträge für Menschen in Not, die von einer der vielen AWO-Einrichtungen im Saarland betreut werden.
Zwei Drittel davon betrafen von Armut betroffene Kinder und Familien. Hier sind es oft ungeplante größere Ausgaben, welche die Familien vor besondere Herausforderungen stellen: Die kaputte Brille eines Schulkinds, die dringend ersetzt werden muss. Eine alleinerziehende Mutter, die sich die Arbeitskleidung für ihren Sohn nicht leisten kann, der eine Ausbildung beginnt. Ein Wohnungsbrand, der eine Familie mit sechs Kindern betrifft. Ein Junge, der für die Teilnahme an einer Sport-Freizeit ausgewählt wurde, den wohnungslosen Eltern fehlt aber das Geld für den Eigenanteil.
Einen weiteren Schwerpunkt bildeten Hilfen für Frauen und Kinder, die in einem der vier Frauenhäuser im Saarland Schutz finden: Zum Beispiel für eine Klientin mit Kindern, deren gewalttätiger Partner sämtliche Kleidung und Spielsachen weggeworfen hat. Oder wenn eine Klientin aus Sicherheitsgründen in ein anderes Bundesland verlegt werden muss, aber das Geld für die Reise fehlt. In neun Fällen unterstützte die AWO-Saarland-Stiftung Frauenhaus-Bewohnerinnen beim Einzug in die eigene Wohnung, z.B. mit einem Zuschuss für Möbel, Umzugskosten oder die Renovierung.
Darüber hinaus half die AWO-Saarland-Stiftung in akuten Notsituationen mit insgesamt 632 Lebensmittelgutscheinen. 19 Familien erhielten ein Baby-Willkommenspaket über die AWO-Familienzentren.
Auch elf kleine Projekte gegen Armut und deren Folgen wurden 2025 wieder mit Zuschüssen gefördert: So konnten z.B. die im KIEZ Burbach betreuten Kinder das Zeitungsmuseum Wadgassen besuchen, ein „mobiles Spielzimmer“ für das Frauenhaus Saarbrücken angeschafft werden oder die Bewohner der Wohngruppen für psychisch Kranke gemeinsam den Europapark besuchen.
Die AWO-Saarland-Stiftung bedankt sich bei allen Spenderinnen und Spendern, die diese Hilfen ermöglicht haben.


